the way to happiness.

Es gibt da draußen tatsächlich Menschen, die beschäftigen sich mit der Suche nach dem Glück. Mit Ausgeglichenheit, Wohlbefinden, dem Sinn des Lebens. Es sind nicht immer Psychiater oder Psychologen, Psychotherapeuten oder Sozialarbeiter. Manchmal sind es einfach nur Menschen. Suchende. Jemande, die etwas bewirken wollen. Menschen, die helfen wollen. Es geht darum ein wenig Glück in diese vermaledeite, trostlose Welt zu bringen. Es geht darum Freude zu sähen. Liebe zu schaffen. Es geht darum etwas zu bewegen.

 

 

Wir sind so schrecklich nüchtern. Alle. Wir glauben nicht mehr an Wunder, an Fügung, an Schicksal. Wir wollen ständig Tatsachen, Beweise. Wir möchten Belege, Gründe, Tatsachen. Es geht darum zu glauben - aber nur, wenn man es beweisen kann. Wo zum Teufel sind Vertrauen und Zufall geblieben? Warum zur Hölle schaffen wir es nicht mehr uns einfach nur überraschen zu lassen?

 

Wir sind so kaputt, dass wir nichtmal bemerken wie sehr wir in die falsche Richtung steuern. Wir machen unser Glück von Bedingungen abhängig, die in Wahrheit nichts damit zu tun haben. Wie viel Glück kannst du dir kaufen von einer Gehaltserhöhung? Von dem neuen Auto? Von der größeren Wohnung?

Was ist Glück? Woran erkennt man es? Nun..

 

 

Es geht darum zu lachen, sich wohlzufühlen. Es geht um ein leckeres Essen, einen wunderschönen Sonnenuntergang. Es geht um einen lauen Sommerabend, den ersten Schnee. Es geht um kühles Bier, die Sonnenstrahlen am Morgen, das Gefühl am Gipfelkreuz angelangt zu sein. Es geht um reife Erdbeeren, um die ersten Spuren im Schnee zu machen, die erste Band am Festival live zu sehen. Es geht ums seelige Einschlafen, von einer Realität zu träumen, die gar nicht so fern liegt. Glück ist etwas, das man niemals finden kann, wenn man es sucht. Es ist etwas, das man findet, wenn man es gar nicht erwartet.

 

Wir sind ständig auf der Suche nach etwas. In Wahrheit wird unser ganzes Leben davon angetrieben. Wir wollen so viel mehr sein. Wollen glücklich sein. Wollen endlos sein.

Es geht darum daran zu glauben, dass es möglich ist. Wir wollen glücklich sein. Jeder von uns verdient es. Wir haben viel durchgemacht. Aber vielleicht ist genau das der Schlüssel zum Glück. Egal was uns passiert ist, worunter wir leiden oder was wir erlebt haben. Wir verdienen es glücklich zu sein.

 

Wir verdienen es.

 

 

Es geht darum Freude zu sähen. Liebe zu schaffen. Es geht darum etwas zu bewegen.

 

 

 

 

 

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Mehr sein.

Manchmal überkommt es uns. Manchmal wird uns plötzlich bewusst, dass nichts so viele Facetten hat wie die Liebe. Nichts hat so viele Gestalten, so viel Bedeutung, so viele Ansichten und Meinungen. Nichts ist vielseitiger oder von mehr Seiten zu betrachten. Jeder von uns hat einen anderen Zugang dazu, in jedem von uns löst es ganz eigene, einzigartige Ängste und Bedenken aus. Nichts kann uns solche Sorgen machen, uns so verzweifeln lassen. Nichts weckt in uns mehr Sehnsucht. Nichts macht uns auch nur annähernd so wütend oder aggressiv. Wegen nichts auf der Welt haben wir jemals mehr Tränen vergossen.

 

Sie ist es, die uns bereuen lässt, erschaudern. Sie lässt uns singen und tanzen und im nächsten Moment zusammenbrechen und zaudern. Es ist die Liebe, um die sich unser Leben dreht - ganz egal ob wir es uns eingestehen können oder versuchen es zu überspielen. Wir sind aus Liebe entstanden. Und unser größtes Ziel ist, alles was wir tun mit und aus Liebe zu tun. Dabei ist es völlig nichtig, ob es dabei um unsere Beziehungen, Freundschaften, Familie, Hobbys oder den Job geht - wir versuchen zu lieben: das Leben, uns selbst, was wir tun, wie wir unsere kurze Zeit verbringen.

 

Es gibt Millionen und Abermillionen Lieder und Gedichte, Texte, Geschichten und Bücher darüber. Milliarden an Wörtern, die versuchen etwas zu beschreiben, das so unbegreiflich und doch völlig klar ist. Liebe ist so vieles - und kann alles mögliche sein. Niemand erlebt es wie ein anderer, niemand fühlt es wie ein anderer. Jeder hat seine eigenen Regeln dafür, Grenzen, Vorgehensweisen - es ist absolut unmöglich dieses riesige Konstrukt, das uns alle umgibt und aus dem wir alle bestehen, auch nur annähernd zu erfassen. Es ist faszinierend, einzigartig. Völlig unbegreiflich, irrsinnig, wahnsinnig, schwachsinnig, ... es ist Liebe.

 

Die Biochemie definiert Liebe als einen Vorgang im Gehirn, der eine Ausschüttung von Dopamin und Adrenalin, Endorphinen und Cortisol zur Folge hat und uns in einen rauschartigen Zustand versetzt. Wir empfinden dabei Euphorie, Aufregung und tiefes Wohlbefinden, sowie sexuelle Lust. Liebe ist also nichts weiter als eine Reihe biochemischer Vorgänge im Gehirn. Nüchtern betrachtet ist es also völlig verzichtbar verliebt zu sein oder Liebe zu empfinden - ist sie doch nur bedingt eine Basisemotion wie Angst, Ekel, Zorn oder Neugierde. Und trotzdem tun wir es: wir suchen nach Liebe. Wir möchten gemeinsam sein, möchten etwas teilen, möchten Erinnerungen schaffen, etwas haben, nach dem wir Sehnsucht haben können.

 

Wer es abstreitet hat resigniert oder ist einfach nicht bereit. Es geht darum zu lieben. Ganz egal wie man Liebe für sich definiert, ganz egal womit oder mit wem man es verbindet. Liebe soll dein Leben verschönern, es aufregend machen, voranbringen. Sie kann dich zum Lächeln bringen und nachts seelig schlafen lassen, kann dir das Gefühl von tiefer Zufriedenheit und Ruhe geben, dich berauschen und begeistern. Es geht nicht darum wie alle anderen es sehen, es geht darum wie du es siehst. Was dich glücklich macht. Wie du eine bessere Version von dir selbst werden kannst. Das ist Liebe.

 

Vielleicht sollten wir aufhören nach links und rechts zu swipen, aufhören Likes zu verteilen und Matches zu sammeln, aufhören Menschen nach Profilbildern zu beurteilen. Vielleicht geht es darum einander mit Liebe und Respekt entgegen zu treten und sich überraschen zu lassen was alles passieren kann. Vielleicht ist Liebe nicht die richtige Haarfarbe oder die perfekte Figur, vielleicht ist es so viel mehr als das, was wir erwarten. Vielleicht sollten wir aufhören Bedingungen zu stellen und uns zuhören und verstehen, dass Liebe so viel mehr ist als alles, das wir kennen.

 

 

 

Manchmal überkommt es mich. Es ist kein Zufall, dass Leben und Lieben aus den selben Buchstaben bestehen. Es geht darum beides in Einklang zu bringen. Sich vor der Welt zu verschließen hat noch niemanden weitergebracht. Es geht darum zu lieben und verletzt zu werden. Zu leiden, zu verzagen, die Wunden zu heilen und neu anzufangen. Es geht darum zu lernen und weiterzukommen. Es geht darum die Liebe nicht als Grund für all das Leid zu sehen, sondern als Motivation. Niemand kann die Liebe oder das Leben verstehen, aber wir können versuchen uns zu verstehen. Und wie könnten wir uns jemals kennenlernen, hätten wir uns nicht in den schlimmsten Situationen wiedergefunden, den tragischsten Momenten, den dunkelsten Augenblicken. Liebe bringt uns an unsere Grenzen, führt uns darüber hinaus und lässt uns über uns hinauswachsen. Niemals sind wir so sehr wir selbst, als in unseren traurigsten Minuten, unseren verzweifelsten Situationen. Und niemals hätten wir diese erlebt, würden wir nicht lieben.

 

Darum geht es. Um die Suche nach etwas, das uns zerstören wird. Und nichts ist so schön, als von der Liebe zerstört zu werden. Allein die Gewissheit, dass wir fähig sind zu lieben, macht uns doch zu Menschen.  Zu fühlenden Individuen, die versuchen mehr zu sein als ihre bloßen Basisemotionen. Und vielleicht ist das der Grundgedanke des Lebens: mehr zu sein.

 

Die Suche ist das, was uns vorantreibt.

Und die Tatsache, dass wir niemals fündig werden ist das,

was uns zerbricht.

(Schatten der Schläfer)

 

 

 

 

 

für Thomas F.

und Judith

 

Der blinde Fleck.

Die meisten Menschen wissen, dass wir im Auge einen "blinden Fleck" haben. Er bezeichnet eine Stelle auf der Netzhaut, an der wir keine Lichtrezeptoren haben und folglich auch nichts sehen können. Nun, vereinfacht gesagt bedeutet das: es gibt in jedem Moment unseres Lebens etwas, das wir nicht sehen.

 

Und es ist die Wahrheit. Wir sehen es nicht. Wir sehen keinen Ausweg, keine Lösung. Wir sehen keinen Sinn, keinen Fehler. Wir sind dauernd viel zu sicher. Sicher, dass alles Scheiße ist, sicher, dass nichts besser wird, sicher, dass wir keine Wahl haben, sicher, dass das die einzige Lösung ist. Was wäre, wenn nicht? Was wäre, wenn wir einfach übersehen, was völlig klar ist?

 

Nämlich, dass nichts sicher ist. Dass es für jede Sache tausend Blickwinkel gibt und es nicht möglich ist immer alle zu erfassen. Der blinde Fleck in unserem Auge beweist es: wir sehen niemals alles. Wir wissen niemas alles.

 

Warst du jemals gefangen in einer Situation, aus der du keinen Ausweg fandest? Hast du mit jemandem darüber geredet und den Notausgang gefunden? Was ist mit deinem Leben? Hat es dich in eine Ecke manövriert und du weißt nicht mehr wohin? Wie wäre es einen Hammer zu nehmen und die Wand hinter dir einzuschlagen?

Wir sehen nicht alles. Und manchmal sind wir sogar blind.

Blind für die große Liebe, blind für echte Gefühle. Wir rennen durchs Leben, knallen gegen Hindernisse, gegen Wände, fallen, stehen auf. Und wir sehen doch niemals das große, riesige Ganze. Wir sehen nicht, dass es wichtig ist zu fallen, gegen Hindernisse zu knallen. Es bringt uns weiter, es lässt uns wachsen. Der blinde Fleck ist es, der uns weiterbringt. Er bringt uns dazu unsere Perspektive zu ändern, einen Schritt nach vor zu gehen. Manchmal auch nach links oder rechts zu sehen. Er ist es, der uns erkennen lässt wo wir in Wirklichkeit stehen. Hast du je darüber nachgedacht, was abseits deines Weges liegen könnte?

 

Der blinde Fleck schützt uns vor Unsicherheit und Zweifel. Hast du je eine Entscheidung getroffen und warst dir absolut sicher? Was war, als du zwei Schritte nach vor gegangen bist und es aus einer anderen Perspektive betrachtet hast? Warst du dir immer noch sicher?

 

Nun, wir können nichts dagegen tun. Der blinde Fleck ist nunmal da. Es ist biologisch niemals möglich alles zu sehen, alles zu erfassen. Wir müssen uns darauf verlassen, dass nichts so sicher ist wie die Unsicherheit, dass nichts so bleiben wird wie es ist und dass das Leben dazu erschaffen wurde um Fehler zu machen, falsche Entscheidungen zu treffen und Dinge zutiefst zu bereuen. Wir sind nicht nur Menschen weil wir den aufrechten Gang beherrschen, atmen oder denken. Wir sind Menschen, weil wir Fehler machen, weil wir niemals das Gesamtbild erfassen können und weil wir bereit sind daraus zu lernen.

Es gibt da diesen blinden Fleck auf unserer Netzhaut und irgendwie auch auf unserer Seele, in unseren Gedanken, in unserem Herz. Wir müssen lernen, dass er einen wesentlichen Teil dazu beiträgt wie wir entscheiden und was wir bereuen. Und irgendwann werden wir verstehen, dass es immer auf die Perspektive ankommt wo unser blinder Fleck liegt.. und nicht auf die Biologie.

 

 

 

 

 

 

 

 

Für Anna. Egal wo mein blinder Fleck ist... dich werde ich immer lieben.

Immer wieder Montag.

Nun, vor etwa 2063 Jahren, also 45 vor Christus, beschloss Julius Cäsar, dass das Jahr 365 Tage haben soll. Nach und nach wurde diese Zeitrechnung im gesamten römischen Reich anerkannt, jedoch feierte jede Region den Beginn des neuen Jahres an einem anderen Tag. Erst 153 nach Christi wurde der Tag des Jahresbeginns auf den 1. Januar festgelegt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde dieser Art der Zeitrechnung diese und jene Regel hinzugefügt und das ganze System 1582 von Papst Gregor XIII reformiert. Somit wurde der bis heute gültige gregorianische Kalender eingeführt.

Heute scheint es vollkommen logisch, dass am 31. Dezember das alte Jahr endet und am 1. Januar das neue beginnt. Es scheint völlig schwachsinnig, dass es irgendwie auch anders sein könnte. Viele feiern das Ende des vergangenen Jahres mit großen Partys, mit ausgelassenen Feierlichkeiten und begrüßen das neue, vielversprechende Jahr mit einem großen Feuerwerk. Es ist ein hoffnungsvoller Brauch. Eine schöne Tradition. Wir verabschieden uns und begrüßen etwas Neues. Alles kann passieren. Alles scheint möglich zu sein. Die große Liebe finden, heiraten, im Lotto gewinnen, befördert werden, sich einen großen Wunsch erfüllen.

Wir blicken ins neue Jahr mit funkelnden, hoffnungsvollen Augen, machen eine Liste mit Vorsätzen, die alles besser machen sollen. Wir drücken die Daumen und kneifen die Augen zu, wenn die Uhr Mitternacht schlägt, ganz so, als ob sich in dem Moment alle Probleme in Luft auflösen, alle Unklarheiten beseitigt sind und sich in nur einem Augenblick alles ändern würde. Wir stoßen an auf bessere Zeiten - oder darauf, dass alles so bleibt wie es ist, weil es nie wieder so schön sein kann.

 

Und dann wachen wir auf, am ersten Tag des neuen Jahres und bemerken es: es ist auch nur ein Tag. Die Wäscheberge sind noch immer die selben, der Kontostand hat sich nicht geändert. Vielleicht sind wir nach wie vor allein oder streiten nach wie vor wer nun an der Reihe ist den Geschirrspüler auszuräumen. Wir vergessen die Hälfte unserer Vorsätze schon in den ersten drei Tagen und gestehen uns ein, dass wir vielleicht ein neues Jahr schreiben, aber noch lange kein neues Leben.

 

In Wahrheit ist heute auch nur wieder Montag. Es mag uns vielleicht unsere Illusionen rauben, die Laune verderben oder einen bitteren Nachgeschmack haben, aber in Wahrheit hat sich seit gestern nichts geändert. Es ist nichts abgeschlossen, außer vielleicht der Kalender von 2017. Es geht ständig weiter. Egal wie viele Raketen wir zünden, wie viele Kracher wir werfen. Die Zeit rennt. Wenn wir hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, sollten wir es nicht an einer Jahreszahl aufhängen. Es ist völlig egal welches Datum wir schreiben, wir sind es uns selbst schuldig etwas daraus zu machen.

 

Du willst 2018 mehr auf deine Gesundheit achten? Wieso nicht heute? Du willst 2018 aufhören zu rauchen? Wieso nicht jetzt?

Du willst dich verlieben? Dann solltest du verdammt nochmal anfangen dich dafür zu öffnen. Jetzt.

 

Viele halten nichts von Silvester. Und haben aufgehört es zu feiern. Wozu? Als ich heute aufgestanden bin, war auch nur ein weiterer Montag. Ich brauche keinen Jahreswechsel um mir etwas vorzunehmen. Ich brauche kein Feuerwerk um eine neue Ära einzuleiten. Wenn ich das Gefühl habe festzustecken mache ich einen Schritt vorwärts - und zwar an jedem einzelnen Tag. Ich berechne meine Zeit nicht im 365-Tage-Rhytmus. Mein Leben dauert heute nun schon 10 332 Tage. Ich überlege also nicht was in den letzten 365 Tagen passiert ist oder was ich gelernt habe, ich denke daran was ich in den letzten 10 332 Tagen erlebt, gesehen und gelernt habe - und was ich mir für die nächsten 10 000 vornehme.

 

Silvester ist etwas, das wir jeden Tag feiern sollten. Etwas, das uns das ganze Jahr begleiten sollte. Abschied nehmen, mit seinen Liebsten feiern, sich etwas Großartiges erträumen. Jeder hat sein eigenes Silvester. Bedenkt nur - unser Silvester wurde auch nur von ein paar Gelehrten bestimmt, die wahrscheinlich betrunken waren und nach ein paar Karaffen Wein auf ihre Jesuslatschen gekotzt haben.

 

 

Frohes neues Jahr, ihr Lieben.