Es ist was es ist.

Manchmal sind wir geneigt Dinge zu interpretieren. Wir wollen versteckte Botschaften finden, unterschwellige Aussagen. Wir suchen nach Zeichen, zerlegen Sätze in ihre kleinsten Bestandteile, Gesten in ihre Micromimik. Wir wollen etwas sehen. Mehr. Er hat über meinen unlustigen Witz gelacht! Mag er mich? Er hat gesagt meine Haare sind schön. Findet er mich hübsch? Sie hat mich angelächelt. Findet sie mich attraktiv? Sie hat beim Vorbeigehen meine Schulter berührt. Möchte sie flirten?

 

Nun. Wir sind erwachsen. Stehen mit beiden Beinen im Leben. Wir haben Jobs, zahlen Steuern, versuchen kompetent in unserem Beruf zu sein. Woher kommt nur diese kindische Gekicher, dieses schüchterne Rotwerden, dieses einfältige Versteckspiel? Wenn du etwas willst - nimm es dir. Wenn dir etwas unklar ist - frag danach. Wie lange willst du noch versuchen etwas zu deuten, das gar nicht da ist?

 

Die Dinge werden nur kompliziert, wenn wir sie kompliziert machen. Und wenn wir ehrlich sind - das Leben ist schon kompliziert genug.

 

Du hast also eine Nacht mit einem Mann verbracht und bist nicht sicher, ob er sich noch meldet? Wieso fragst du ihn nicht einfach? Du hast also eine nette, junge Dame kennengelernt und weißt nicht, ob sie dich wiedersehen will? Wieso zum Teufel lädst du sie nicht auf einen Drink ein?

 

Manchmal ist es gar nicht so schwer. Weder das Leben noch die Liebe. Wir müssen uns nur trauen danach zu fragen. Und der einzige der uns davon abhält sind doch immer nur wir selbst. Unsicherheit, Zweifel, der ewige Gedanke nicht genug zu sein - zur Hölle damit.

Jeder von uns ist etwas wert. Hat seine Stärken, seine liebenswerten Seiten, seine Vorzüge und Einzigartigkeit. Es geht nicht um die Kleidergröße, die Haarfarbe, den Musikgeschmack oder den Bildungsweg. Es geht darum gemeinsam lachen zu können, über Gott und die Welt reden zu können, sich in die Augen zu schauen und ein Funkeln zu sehen. Es geht ums Glücklich sein. Ums Wohlfühlen. Es geht darum der Welt für ein paar Augenblicke zu entfliehen - gemeinsam. Und sei es nur für ein Glas Wein.

 

Es ist was es ist. Und zwar nicht im Sinne von Erich Fried sondern im Sinne vom Leben. Es ist ein Lächeln, es ist ein Kuss, es ist eine Berührung, es ist eine Nacht. Es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Ist es genug? Oder ist es ein Anfang? Wir werden es niemals wissen, wenn wir nichts tun. Reine Einstellungssache. Willst du glücklich sein? Oder willst du dich ständig fragen wie es denn wäre?