Das Leben regnen lassen.

Es gibt diesen Moment im Leben, da bleibst du plötzlich stehen, schaust dich um und fragst dich: Was ist eigentlich passiert? Und noch während du darüber nachdenkst wird dir klar, dass es das Leben war, das einfach passiert ist. Du wurdest nie um Erlaubnis gebeten oder hast es für gut befunden - es ist einfach geschehen. All das. Und du hattest keine Wahl. Du musstest mitmachen, dich mitreissen lassen, mitgehen. Die Alternative wäre nicht tragbar gewesen.

 

Nun, manchmal ist das Leben wirklich seltsam. Es reißt dich in die tiefsten Abgründe, nur damit du wieder herausklettern kannst. Es wirft dich zu Boden, nur um dir selbst zu beweisen, dass du aufstehen kannst. Es ist eine ständige Prüfung. Und die ständige Herausforderung über dich selbst hinauszuwachsen, deine Grenzen zu übertreten und dich plötzlich in einem völlig neuen Sein wiederzufinden.

 

Und es ist niemals an uns nach dem "Warum" zu fragen. Es passiert. Es ist das Leben. Ohne Filter. Ohne Rechtschreibprüfung. Ohne Möglichkeit zu rebooten oder die Festplatte zu defragmentieren.

 

Und doch kann es so schön sein. So herrlich und unbeschwert und noch tausend andere Sachen. Diese unwahrscheinliche Euphorie, wenn uns klar wird, dass wir über uns selbst hinausgewachsen sind. Diese Leichtigkeit, wenn wir uns wiederfinden in einer Situation, die wir nie für möglich gehalten hätten.

 

Ja, manchmal müssen wir uns fragen was eigentlich passiert ist. Um uns daran zu erinnern, dass etwas passiert ist. Wir stehen nicht still. Vielleicht kommt es uns manchmal so vor, aber selbst im größten Leid bewegen wir uns vorwärts in Richtung Zukunft. Und am Ende wird es egal sein wie wir dorthin gekommen sind - Hauptsache wir sind da. Es ist ganz ähnlich wie mit den Tattoos. Am Ende vergessen wir den Schmerz. Weil das Ergebnis so schön ist, dass wir ihn gerne dafür in Kauf genommen haben.

 

Es zahlt sich aus zu leiden. Zu zweifeln. Den Mut zu verlieren und das Vertrauen, dass alles gut wird. Einfach nur deshalb, weil wir sonst vergessen würden wie schön es sein kann sich selbst zu überraschen. Stehen zu bleiben, sich zu fragen was passiert ist und bemerken, dass man plötzlich wieder glücklich geworden ist. Einfach so. Dass es möglich ist die Frage "Wie geht es dir?" mit "Gut." zu beantworten und es auch so zu meinen. Es ist harte Arbeit. Aber es ist möglich sein Leben wieder lieben zu lernen, ganz egal wieviel Hass es einem entgegen gebracht hat, wie viele Tränen und Reue, wie viele Selbstzweifel und Schmerz.

 

Was machen Sie?

Nichts. Ich lasse das Leben auf mich regnen.

Rahel Varnhagen

#crushcph

Hast du es schon gehört? Hast du es gesehen? Hast du es gefühlt?

Liebe existiert.

Wider aller Vernunft oder Logik, trotz oder vielleicht auch wegen all des Schmerzes und der Trauer. Es gibt sie. Irgendwo da draußen ist sie.

 

Wir fühlen uns zuweilen so verloren - verloren im Leben, im Alltag, im Berufsstress, im täglichen Trott durch die anstehenden vierundzwanzig Stunden - dass wir es komplett vergessen. Und es ist so einfach es zu vergessen: wir werden immer einmal öfter verlassen als wir uns verlieben, wir verlieren immer einmal öfter als wir gewinnen. Etwas festzuhalten ist schwer. Und Beständigkeit scheint fast unmöglich. Und doch sollten wir uns immer wieder einmal - zumindest ein paar Momente lang - darauf besinnen, dass es sie gibt: Liebe. Kinder werden geboren, glückliche Paare heiraten oder beschließen einfach so den Rest ihres Lebens miteinander zu verbringen. An der Ubahn-Station am Wiener Karlsplatz gibt es eine digitale Anzeige über "Verliebte in Wien" und ich habe diese Zahlen noch nie Null zeigen sehen. Weil es sie gibt. Liebe existiert.

 

Kannst du dich daran erinnern, an das letzte Mal als du so glücklich warst, dass du am liebsten den ganzen Tag lang nur geschrien hättest? Wieso konntest du damals daran glauben und heute nicht mehr? Natürlich hat sich viel verändert. Du hast dich verändert. Du hast Dinge verloren und bist weitergegangen, hast etwas hinter dir gelassen und die Tür nach vorne aufgestoßen. Aber wer hat dir eingeredet, dass in deiner neuen Welt die Liebe keinen Platz mehr hat? Warst du es vielleicht nur selbst? Hat uns das ständige Verlieren, der unsägliche Schmerz und das Wissen um die Unbeständigkeit denn so zynisch gemacht?

 

Nun. Ich gebe es zu. Auch ich habe meinen Glauben verloren. Für einen kurzen Atmenzug lang habe ich aufgehört daran zu glauben, dass dieses etwas, das unseren Himmel zusammenhält die Liebe ist. Aber wenn wir nur kurz innehalten und darüber nachdenken ... was in aller Welt sollte es denn sonst sein? Vielleicht ist es naiv und zu optimistisch, aber ich weigere mich daran zu glauben, dass unsere Welt durch wirtschaftliche Abhängigkeiten, Kapital, Finanzen und materielle Dinge zusammengehalten wird. Es muss mehr dahinter stecken. Es muss etwas geben, das Geld und Wirtschaft übertrumpfen kann. Das Grenzen überwinden und Menschen beeinflussen kann. Irgendwo da draußen muss es sie geben.

 

Wir werden sie in unserem Sprint durch den Tag nicht finden, wenn wir nicht mal kurz stehen bleiben und uns umsehen. Etwas entdecken, an dem andere einfach vorbeilaufen. Es zulassen, dass uns das Leben noch überrascht. Unseren Zynismus nur mal kurz beiseite stellen und warten was passiert. Wer weiß, vielleicht sehen wir etwas. Etwas, das uns wieder glauben lässt. Etwas, das uns berührt. Die Narben an unseren Herzen mit ein wenig Balsam einschmiert. Ganz egal was. Vielleicht findest du in Kopenhagen einen Liebesbrief. Gar nicht für dich gedacht, aber so liebreizend, dass er selbst dein Herz ein wenig zum Lächeln bringt.

 

#crushcph

 

 

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Dear Single.

Es war einmal ein Typ, ein Bischof um genau zu sein, namens Valentin von Terni. Im 3. Jahrhundert nach Christi heilte er viele Menschen von ihren Krankheiten und überzeugte sie so vom christlichen Glauben, der damals verboten war. Dazu kam, dass er unerlaubt Paare nach dem christlichen Ritus traute und dafür am 14. Februar 269 hingerichtet wurde.

 

Seither ist der 14. Februar also der Valentinstag.

 

Irgendwann, etwa ein Jahrtausend später, dachten sich ein paar kluge Köpfe der Industrie: Hey! Daraus kann man doch Kapital schlagen! Kurbeln wir die Werbung für Blumen, Süßwaren und Grußkarten doch mal an und sehen was passiert. Der Valentinstag war neu geboren.

 

Heute ist der Valentinstag der ultimative Tag der Diskriminierung. Die gesamte Industrie macht sich lustig über Alleinstehende - und zuweilen fühlt man sich doch ein wenig verloren zwischen den tausenden Ich Liebe Dich - Grußkarten, Pralinen, Geschenksets und all dem anderen Herzchen-Kram, ganz egal ob man diesen Hype ernst nimmt oder ihn einfach nur lächerlich findet.

 

Auf dieser Welt leben 7,4 Milliarden Menschen, fast ein Drittel davon ist Single. Etwa 2,5 Milliarden Menschen weltweit kaufen am Valentinstag also auch keine Blumen für den Liebsten oder die Liebste, schreiben keine schnulzige Grußkarte und reservieren sicher keinen Tisch für ein Candle-Light-Dinner. Nüchtern betrachtet gibt es also keinen Grund sich verloren zu fühlen.

Nach dem schmerzvollen Ende einer zum scheitern verurteilen Beziehung, nach Trauer und Frust, nach Umsturz und Radau tut man es aber doch. Es gab mal eine Zeit, als der Valentinstag - egal ob gefeiert oder nicht - sich anders anfühlte. Natürlich sind wir manchmal ein wenig verloren. Und wir belügen uns selbst, wenn wir uns nicht eingestehen, dass das Leben zu zweit manchmal schöner ist, als das Leben allein. Essen gehen, Möbel zusammenbauen, Mensch ärgere dich nicht spielen - Dinge, die zu zweit einfach besser funktionieren. Es ist schon wahr, dass wir irgendwie ständig auf der Suche sind. Und zuweilen auch daran zerbrechen.

 

Aber egal ob Valentinstag oder nicht, du hast doch trotzdem jeden Tag einen Grund aufzustehen. Deine Ziele, deine Wünsche, deine Träume. Schau dir an, was du schon alles geschafft hast. Egal, ob es Hindernisse im Leben waren oder einfach nur den Kleiderschrank alleine aufzubauen, du brauchst niemanden, der dir dabei das Händchen hält.

 

Mag schon sein, dass du den Rosen nachtrauerst, die du mal zum Valentinstag bekommen hast, den Pralinen und den Grußkarten, aber in Wahrheit verblühen Rosen viel zu schnell, Pralinen machen fett und aus Grußkarten wird irgendwann mal Klopapier hergestellt. Scheiß doch drauf!

 

Valentin von Terni kann nichts dafür. Er hat nicht geahnt, was er mit seinen verbotenen Eheschließungen anrichten würde. Und in Wahrheit ist er auch nicht der Patron der Liebenden, er ist der Schutzheilige für Jugendliche, Reisende und Imker und soll bei Wahnsinn, Epilepsie und der Pest beistehen.

 

Wie bezeichnend das doch ist. Der Valentnistag ist im Grunde also irgendwie der Tag der wahnsinnigen Reisenden. Und irgendwie, sind wir doch alle nichts anderes - egal, ob wir für jemand Blumen kaufen oder augenrollend an händchenhaltenden Pärchen vorbeispazieren. Es gehört viel Wahnsinn dazu. Entweder, weil es Wahnsinn ist jemand aufrichtig zu lieben, oder weil es Wahnsinn ist das Leben allein zu bewältigen. Es gehört Mut dazu. Und manchmal auch ein wenig Irrsinn und gesunder Humor. Wir sind alle unterwegs, ob zu zweit oder allein. Ist doch egal, ob Valentinstag oder nicht. Und wenn das nicht hilft, kann man sich als Single vielleicht ein wenig darüber freuen, dass manche Paare einen Valentinstag brauchen, um sich zu sagen, dass sie sich lieben. Ich kann jeden Morgen in den Spiegel schauen und es mir selbst sagen wenn ich will. Und das ganz ohne verblühende Rosen, fett machende Pralinen und recycelte Grußkarten.

 

 

 

Für Magda und Silke.

Weil ihr wahnsinnig genug seid eure Leben allein zu bewältigen.

<3

 

Kampf oder Flucht?

Nun, in meiner Wohnung hängt ein Bild von mir. Es zeigt mich selbst, wie ich glücklich lächelnd am Gipfel vom Hochglocker sitze und die atemberaubende Aussicht genieße. Darunter klebt ein kleines pinkes Post-It, auf dem steht: Du kannst alles schaffen. Du musst nur den ersten Schritt wagen.

 

Es ist das einzige Bild von mir selbst, das ich wirklich liebe. Ich finde es großartig. Es gibt mir Kraft. Es erinnert mich an einen der wichtigsten Tage meines Lebens. Und an eine der wichtigsten Erkentnisse, die ich jemals gemacht habe. Es bedeutet Freiheit für mich. Stolz. Zufriedenheit. Es bedeutet Anfang und Ende. Es bedeutet, dass ich alles schaffen kann, solange ich nur den ersten Schritt dazu wage.

 

Und darum geht es. Egal wohin du willst, wie weit der Weg dorthin auch sein mag, wie viele Hindernisse auf dich zukommen werden - du kannst es nur schaffen, wenn du den ersten Schritt wagst. Du kannst nicht sitzen bleiben und darauf warten, bis das Ziel zu dir kommt. Du kannst nicht die Augen verschließen und hoffen, dass alles von alleine geht. Du darfst nicht die Angst vor dem Scheitern als Grund nehmen, niemals zu beginnen. Und das gilt für alles. Das gilt für Beziehungen, für Berufswünsche, für das Studium, für das Überstehen einer Krankheit, für das Leben. Angst ist nur eine Illusion. Eine physische Reaktion des Körpers. Kampf oder Flucht?

Ist das die grundlegende Frage, die wir uns jeden Morgen stellen sollten?

Kampf oder Flucht?

 

Wofür entscheidest du dich?

 

Irgendwann im Leben kommt der Moment, an dem wir aufstehen müssen und uns für den Kampf entscheiden. Den Kampf für die Liebe, den Kampf für Veränderung, den Kampf für die Gesundheit. Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass uns verdammt viele Dinge verdammt viel Angst machen können, aber davor zu fliehen wird uns doch immer nur in die falsche Richtung treiben. Wir müssen aufwachen und uns für den Kampf entscheiden. Einfach nur, weil es das einzige ist, das uns weiterbringen kann. Natürlich werden wir verlieren. Wir werden scheitern und verzweifeln. Und wenn es so weit ist, wird uns vielleicht klar, dass der wichtigste Kampf, der bedeutenste und herausfordernste wohl der Kampf gegen uns selbst ist. Besieg dich selbst. Besieg deine Angst, deine Zweifel. Besieg dein Misstrauen und deinen Pessimismus. Besieg deine Krankheit, dein Unglück, deinen Frust. Mein Foto beweist es: es ist möglich den Gipfel zu erklimmen. Es ist egal ob du dich zwischendurch mal verläufst, für kurze Zeit deine Motivation verschwindet oder du daran zweifelst, ob du jemals ankommen wirst. Geh weiter. Besieg dich selbst. Die Aussicht dort oben wird atmenberaubend sein.

 

Entscheide dich für den Kampf. Entscheide dich dafür den Gipfel zu stürmen. Du kannst alles schaffen. Du musst nur den ersten Schritt wagen.

 

 

Für meine atemberaubende Mama.

Weil ich dich für deinen Kampf bewundere.

Und niemals daran zweifle, dass du ihn gewinnen wirst.

 

bergsteiger